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Hopfenbau-Warndienst

Sporenfalle im Hopfengarten
Sporenfalle im Hopfengarten

Der Hopfenbau-Warndienst informiert über die gesamte Vegetationsperiode bezüglich der Peronospora-Infektionsgefahr im Hopfenanbaugebiet Tettnang. Somit ist möglich, ausschließlich bei Infektionsgefahr notwendige Fungizidbehandlungen auszubringen und die Sekundärinfektion zum richtigen Zeitpunkt gezielt zu bekämpfen.

Jährlich aktuallisierte Informationen zum Pflanzenschutz im Hopfenbau finden Sie im Dokument "Grünes Heft" Hopfen - Anbau, Sorten, Düngung, Pflanzenschutz und Ernte, herausgegeben von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LFL) Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.

Weitere Informationen zum Peronospora-Warndienst enthält das LTZ-Poster
Befallsprognose zur Bekämpfung der Hopfen-Peronospora.

Der telefonische Auskunftgeber ist mit der Saison 2023 nicht mehr verfügbar.

Peronospora-Warndienst

Peronospora-Warndienst Nr. 04 für das Jahr 2024 (bereitgestelt vom LTZ-Augustenberg - Außenstelle Tettnang)

Die aktuellen Sporenzahlen ausgezählt bis: 21.05.2024

Ort

Anzahl ausgezählter, infektiöser Sporen
Kressbronn a.B.
0
Tettnang-Kau

3

Holzhäusern

0

Strass
 0 

Nächste Aktualisierung des Warndienstes am 24.05.2024 gegen 12 Uhr

Aufrufschwellen:

    • Vor der Blüte liegt die Aufrufschwelle bei 14 ausgezählten, infektiösen Sporen.
    • Ab Blühbeginn liegt die Aufrufschwelle bei 8 ausgezählten, infektiösen Sporen.

Peronospora: 

Die ergiebigen Regenfälle der letzten 8 Tage haben im Schnitt über das Anbaugebiet zu mehr als 70 mm/m² Niederschlag geführt. Auch für die nächsten Tage ist unbeständiges Wetter mit zeitweisen Niederschlägen und Gewittern bei Tagestemperaturen um die 20 °C gemeldet. Moderate Temperaturen und eine gute Wasserversorgung sind beste Voraussetzungen für ein zügiges Wachstum der jungen Hopfenbestände.

1.    Warnaufruf gegen Sekundärinfektion:

Am Montag wurde in der Sporenfalle Kau ein Ausstoß von 11 Sporen ausgezählt, die Infektionswahrscheinlichkeit lag bei 85 %. Für den gestrigen Dienstag sind die Sporenzahlen dauerregenbedingt auf ein sehr niedriges Niveau zurückgefallen. Auch wenn damit die Warnschwelle nicht erreicht wird, ist die derzeit vorherrschende Witterung sehr förderlich für Peronospora Infektionen. Bei den derzeitigen Temperaturen sind 2 Stunden Blattnässe ausreichend für eine erfolgreiche Infektion. Für Ende dieser Woche wird nach dem Wettermodell an allen 4 Standorten eine Warnung erwartet. Bestände welche in den vergangenen 10 Tagen keine Behandlung erfahren haben, sollten in den nächsten 3 Tagen einen neuen Belag erhalten. Sofern es die Befahrbarkeit der Böden und die äußerlichen Bedingungen zulassen. Teilsystemisch wirkende Mittel in Kombination mit Kontaktmitteln einsetzen. Beim Vorfinden von Pero Primärinfektionen, systemisch wirkende Mittel zumischen. Nach wie vor muss Bubiköpfen nachgegangen werden. Gärten die keine Primärbehandlungen erhalten haben, sind genauestens zu kontrollieren. Werden Bubiköpfe gefunden, sollten 2-3 Behandlungen im wöchentlichen Abstand erfolgen. 

Es gilt der Grundsatz:  Eine rechtzeitige, nachhaltige und ordnungsgemäße Bekämpfung der Primärinfektionen verringert den Infektionsdruck während der weiteren Vegetationsperiode und ist eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Anwendung des Peronospora-Warndienstes! Darüber hinaus sollten umliegende Flächen und Strukturen auf Wildhopfen kontrolliert werden.

Echter Mehltau:

Kontrollen auf Echten Mehltau sind nach den warmen Tagen nun zu beginnen. Besonders in Staulagen und Gärten, welche letztes Jahr von Mehltaubefall betroffen waren sowie in anfälligen Sorten (z.B. Herkules und Polaris). Kurative Mittel sind derzeit nicht verfügbar. Die derzeitige Produktpallette wirkt hauptsächlich vorbeugend gegen den Echten Mehltau, deshalb mit vorbeugenden Behandlung nicht zu spät beginnen. Bei Vorfinden von weißen Pusteln, sollte auf jeden Fall ein myzelabtötendes Mittel dazu genommen werden. 

Schadinsekten:

Hopfenblattlaus: 

Der Zuflug von Aphisfliegen ist weiter anhaltend. Es gilt nach wie vor die Entwicklung im Auge zu behalten und regelmäßige Bestandskontrollen durchzuführen. Wenn der Bekämpfungsrichtwert von durchschnittlich 50 Läusen/Blatt oder 200 Läusen auf einzelnen Blättern erreicht wird, ist eine Behandlung anzustreben. Um diese Jahreszeit ist Teppeki/AFINTO der Vorrang vor Movento SC 100 einzuräumen. Movento SC 100 sollte erst zum Hauptspritztermin im Juni angewandt werden. Grundsätzlich ist eine Laus-Behandlung zu dieser Jahreszeit solange wie möglich hinauszuzögern, um mit der bestehenden Mittelpalette die Zeitspanne bis zur Ernte abdecken zu können. In IPS-Plus pflichtigen Beständen, ist mit beginnendem Zuflug der Besatz an Blattläusen wöchentlich zu dokumentieren. Weitere Infos unter: https://ltz.landwirtschaft-bw.de/site/pbs-bw-mlr-root/get/documents_E-1636415050/MLR.LEL/PB5Documents/ltz_ka/Arbeitsfelder/Pflanzenschutz/Integrierter%20Pflanzenschutz/Zus%C3%A4tzliche%20landesspezifische%20Vorgaben/Ma%C3%9Fnahmenbl%C3%A4tter%20Hopfenbau_DL/IPSplus%20Hopfen_Landesspezifische%20Vorgaben.pdf

Aktueller Hinweis Pflanzenschutzulassungen:

Notfallzulassungen nach Art. 53:

Cymbal Flow (Wirkstoff Cymoxanil): Notfallzulassung gemäß Art. 53 gegen Falschen Mehltau (Pseudoperonospora humuli) im Hopfen. Die Zulassung ist für 120 Tage auf den Zeitraum vom 15. Mai 2024 bis zum 11. September 2024 beschränkt. Die für die oben genannte Indikation bundesweit zugelassene Menge wird auf 11.200 Liter, ausreichend für ca. 10.266 ha, begrenzt. Cymbal Flow darf bei Infektionsgefahr bzw. Warndienstaufruf im Kulturentwicklungsbereich BBCH 32 bis BBCH 55 gegen Falschen Mehltau gespritzt oder gesprüht werden. Bei der Festlegung der Aufwandmenge muss wie folgt differenziert werden:  bis BBCH 37: 0,8 l/ha in 700-1300 l Wasser/ha; BBCH 37 - 55: 1,2 l/ha in 1300-1900 l Wasser/ha. Die maximale Anzahl Anwendungen ist in dieser Anwendung und für die Kultur bzw. je Jahr auf 3 Anwendungen begrenzt. Es dürfen max. 2,8 l/ha und Jahr in der Kultur eingesetzt werden. Zwischen den Behandlungsterminen muss ein Abstand von mindestens 21 Tagen eingehalten werden. Die Wartezeit beträgt 14 Tage. Hinweis: Für den Einsatz des genannten Präparates gilt, dass gemäß §29 Abs. 1 Satz 2 PflSchG sämtliche weiteren Auflagen bei der Anwendung ebenso zu beachten sind wie die Angaben zur Einstufung und Kennzeichnung gemäß Verordnung, die Sicherheitshinweise und die sonstigen Hinweise. Insbesondere: NW605-2; NW606; NT103-1; SF274-3; SF275-7HO; SF277-5HO. Das Mittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft.

Curzate 60 WG (Wirkstoff Cymoxanil): Hat eine Notfallzulassung gemäß Art. 53 gegen Falschen Mehltau (Pseudoperonospora humuli) im Hopfen erhalten. Die Zulassung ist für 120 Tage auf den Zeitraum vom 15. Mai 2024 bis zum 11. September 2024 beschränkt. Die für die oben genannte Indikation bundesweit zugelassene Menge wird auf 8.860 kg begrenzt, ausreichend für ca. 14.766 ha. Curzate 60 WG darf bei Infektionsgefahr bzw. Warndienstaufruf bis Kulturentwicklungsbereich BBCH 37 gegen Falschen Mehltau gespritzt oder gesprüht werden. Die Aufwandmenge liegt bis BBCH 37: 0,3 kg/ha in 700-1300 l Wasser/ha. Die maximale Anzahl Anwendungen für die Kultur bzw. je Jahr ist auf 2 Anwendungen begrenzt. Es dürfen max. 0,6 kg/ha und Jahr in der Kultur eingesetzt werden. Zwischen den Behandlungsterminen muss ein Abstand von mindestens 21 Tagen eingehalten werden. Die Wartezeit beträgt exakt 14 Tage. Hinweis: Für den Einsatz des genannten Präparates gilt, dass gemäß §29 Abs. 1 Satz 2 PflSchG sämtliche weiteren Auflagen bei der Anwendung ebenso zu beachten sind wie die Angaben zur Einstufung und Kennzeichnung gemäß Verordnung, die Sicherheitshinweise und die sonstigen Hinweise. Insbesondere: NW605-2; NW606; SF274-2; SF278-7HO. Das Mittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft. 

Weitere Infos unter https://www.isip.de/isip/servlet/isipde/regionales/badenwuerttemberg/pflanzenschutzrecht/notfallsituationen

Anwendungshinweis: Beim Einsatz eines cymoxanilhaltigen Soloproduktes ist der Wirkstoff mit einem weiteren Fungizid abzusichern. So kann z.B. ein Kontaktfungizid wie Delan WG oder Kupferpräparat und/oder ein vollsystemisches Fungizid bei starkem Perodruck zugesetzt werden.

Exirel (Cyantraniliprole): Zulassung nach Art. 53 gegen Liebstöckelrüssler (Imago-Stadium) im Hopfen. Die Aufwandmenge beträgt 0,375 ml in 0,25 l Wasser pro Stock (max. 0,75 l/ha in 500 l Wasser/ha bei 2000 Stöcken/ha). Der Bekämpfungsrichtwert (Schadschwelle) liegt bei einem Käfer, oder dessen Fraßspuren pro drei Stöcke. Die Zulassung ist auf 4000 ha begrenzt und ist vom 12. April 2024 bis 09. August 2024 ausgesprochen. Die Anwendung ist im Gießverfahren(Einzelpflanzenbehandlung) für das Stadium BBCH 11 bis BBCH 19 genehmigt. Die Wartezeit „F“ ist über die Vegetationszeit zwischen Anwendung und Nutzung (Ernte) abgedeckt. Die Anwendungshäufigkeit ist auf eine Anwendung pro Kultur und Jahr beschränkt. Exirel ausschließlich in EU-Hopfen einsetzen. Für Exporthopfen bestehen keine oder zu geringe Rückstandshöchstgehalte. Vor der Anwendung unbedingt Rücksprache mit dem Handelshaus halten. Das Produkt ist als bienengefährlich eingestuft (B1). Es gelten folgende Anwendungsbestimmungen: NG 300, NW 715, SF 245-02 und weitere. Für Nachfolgearbeiten gelten die Auflagen SF275-EEHO sowie SF276-21HO.

Weitere Infos: https://www.isip.de/isip/servlet/isip-de/regionales/baden-wuerttemberg/pflanzenschutzrecht/notfallsituationen/pflanzenschutzmittel---notfallzulassung-fuer-die-exirel-anwendung-in-hopfen-371446

Regelzulassung:

Luna Sensation (Wirkstoffe Trifloxystrobin und Fluopyram): Zulassung gegen Echten Mehltau (Sphaerotheca macularis) in Hopfen bis 31.12.2024.

Luna Sensation darf bei Infektionsgefahr bzw. Warndienstaufruf im Kulturentwicklungsbereich BBCH 31 bis BBCH 79 gegen Echter Mehltau gespritzt oder gesprüht werden.

Bei der Festlegung der Aufwandmenge muss wie folgt differenziert werden:

bis BBCH 37: 0,27 Liter/ha in 800 bis 1200 Liter Wasser/ha
BBCH 37 - 55: 0,4 Liter/ha in 1500 bis 2200 Liter Wasser/ha
BBCH 55 - 79: 0,6 Liter/ha in 2600 bis 3300 Liter Wasser/ha





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