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Projekt: Potential von Hanf in der Bioökonomie (PoHaBi)

Versuchsflächen Nutzhanf

Das Projekt „Potential von Hanf in der Bioökonomie“ (PoHaBi) befasst sich mit der Einführung und Förderung des Anbaus nachhaltiger, biobasierter und regionaler Nutzpflanzen, insbesondere Hanf (Cannabis sativa L.). Das Projekt gliedert sich in eine zwölfmonatige Initialphase, in der eine umfassende Status-quo-Analyse der Hanfindustrie primär in Baden-Württemberg, zusätzlich auch in den anderen Bundesländern Deutschlands, sowie angrenzenden Ländern durchgeführt wird. Hierbei werden Strukturen, Herausforderungen und Entwicklungspotenziale entlang der Wertschöpfungskette durch qualitative Interviews und Datenanalysen erfasst. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen erfolgt eine 24-monatige Forschungs- und Entwicklungsphase mit praxisorientierten Feldversuchen, in denen die Eignung verschiedener Sorten zur Dualnutzung (gleichzeitige Ernte von Hanfnüssen und Fasern) unter Einbezug verschiedener agronomischer Parameter sowie deren Einfluss auf Ertrag, die Faser- und Kornqualität untersucht werden. Auf der Basis der Ergebnisse der Sortenversuche sollen fundierte Anbauempfehlungen abgeleitet werden.

Der Zeitrahmen des Projektes beginnt am 01.Februar 2025 und endet am 31. Dezember 2027. In dem vom Ministerium für Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz (MLR) geförderten Projekt verfolgen die beiden Projektpartner Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) und die Landessaatzuchtanstalt (LSA) die folgenden Ziele:

  • Entwicklung von resilienten und nachhaltigen Anbausystemen, die stabile Rohstoffquellen und Wertschöpfungsketten gewährleisten
  • Erhöhung der Anbaudiversifizierung durch die Aufnahme neuer Pflanzenarten in die Fruchtfolge, sowie Steigerung der Biodiversität
  • Unterstützung der Landwirte bei der Auswahl best-geeigneter Hanfsorten zur Gewährleistung effizienter Wertschöpfungsketten sowie der Wirtschaftlichkeit im Anbau
  • Ein Bewusstsein für die diversen Verwendungsmöglichkeiten von Hanf in unterschiedlichen Industriezweigen schaffen

Hanf stellt aufgrund seiner multifunktionalen Eigenschaften eine vielversprechende Kulturpflanze für diverse industrielle Anwendungen dar. Die robusten und zugleich leichten Fasern besitzen exzellente mechanische Eigenschaften, die eine Nutzung in den Bereichen Bauwesen (z. B. Dämmstoffe, Hanfsteine), Automobilindustrie (Innenverkleidungen) sowie Textil- und Papierherstellung ermöglichen. Gerade durch sein schnelles Wachstum, der Fähigkeit bis zu 15 t Biomasse pro Hektar in einer Kulturperiode auszubilden und der Zugehörigkeit zu einer anderen Pflanzenfamilie als die typischen Kulturarten, bietet der Nutzhanf ein bedeutendes ökonomisches und ökologisches Nutzungspotential, das zur Diversifizierung und Resilienz nachhaltiger landwirtschaftlicher Systeme beitragen kann.

Hanffeld kurz vor der Ernte der Hanfnüsse
Hanffeld kurz vor der Ernte der Hanfnüsse

Die Samen weisen ein ausgewogenes Profil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie eine hohe Proteinkonzentration auf, wodurch sie sowohl in der Humanernährung als auch als hochwertiges Futtermittel Verwendung finden. Zudem sind die faserreichen Schalen der Hanfnüsse als Rohstoff für biobasierte Polymere von Interesse, was die Substitution fossiler Kunststoffe im Sinne der Bioökonomie unterstützt. 

Hanfnüsse aus der Ernte von Versuchsflächen des LTZ
Hanfnüsse aus der Ernte von Versuchsflächen des LTZ
Hanfblätter
Hanfblätter

Die in der Pflanze enthaltenen Terpene und Cannabinoide erfahren durch das pharmakologische Potential zunehmend Aufmerksamkeit in der Wissenschaft.

Unterschiedliche Reifegrade der Blüte und der Hanfnüsse auf einem Feld
Unterschiedliche Reifegrade der Blüte und der Hanfnüsse auf einem Feld