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Hopfenbau-Warndienst

Sporenfalle im Hopfengarten
Sporenfalle im Hopfengarten

Der Hopfenbau-Warndienst informiert über die gesamte Vegetationsperiode bezüglich der Peronospora-Infektionsgefahr im Hopfenanbaugebiet Tettnang. Somit ist möglich, ausschließlich bei Infektionsgefahr notwendige Fungizidbehandlungen auszubringen und die Sekundärinfektion zum richtigen Zeitpunkt gezielt zu bekämpfen.

Jährlich aktuallisierte Informationen zum Pflanzenschutz im Hopfenbau finden Sie im Dokument "Grünes Heft" Hopfen - Anbau, Sorten, Düngung, Pflanzenschutz und Ernte, herausgegeben von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LFL) Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.

Weitere Informationen zum Peronospora-Warndienst enthält das LTZ-Poster
Befallsprognose zur Bekämpfung der Hopfen-Peronospora.

Der telefonische Auskunftgeber ist mit der Saison 2023 nicht mehr verfügbar.

Peronospora-Warndienst

Peronospora-Warndienst Nr. 13 für das Jahr 2024 (bereitgestelt vom LTZ-Augustenberg - Außenstelle Tettnang)

Die aktuellen infektiösen Sporenzahlen ausgezählt bis: 13.06.2024

Ort

Anzahl ausgezählter, infektiöser Sporen
Kressbronn a.B.

0

Tettnang-Kau

0

Holzhäusern

0

Strass
0

Nächste Aktualisierung des Warndienstes am Montag den 17.06.2024 gegen 12 Uhr.


Aufrufschwellen:

    • Vor der Blüte liegt die Aufrufschwelle bei 14 ausgezählten, infektiösen Sporen.
    • Ab Blühbeginn liegt die Aufrufschwelle bei 8 ausgezählten, infektiösen Sporen.

Peronospora: 

Die frühgeschnittenen Zuchtsorten haben die 3/4 Gerüsthöhe überschritten, haben den Stacheldraht fest im Blick oder beginnen bereits mit dem Überwerfen über den Stacheldraht. Aufgrund der ergiebigen Niederschläge der letzten Tage und nachfolgend weiteren Schauern trocknen die Böden nur langsam ab. Für die nächsten Tage ist nach einer Störung am Samstagvormittag eine trockene Phase mit sommerlichen Temperaturen vorhergesagt. Diese Gelegenheit sollte für eine Behandlung genutzt werden. Auch wenn sich aktuell aufgrund des Dauerregens kaum Sporen fangen lassen, ist bei Wiedererwärmung mit einer erhöhten Sporulation und Peronosporagefahr zu rechnen. Es gilt die Bestände zu schützen, sobald es die Befahrbarkeit des Bodens in den einzelnen Anlagen zulässt. Teilsystemisch wirkende Mittel in Kombination mit einem Kontaktmittel einsetzen.

Bei Kontrollen und beim Nachgehen ist nach wie vor auf systemische Infektionen zu achten, diese sind zu entfernen. Um mögliche Sporulation durch bodennahe Infektionen zu unterbinden, sind noch nicht geackert Bestände möglichst schnell „zuzuschmeißen.“

Es gilt der Grundsatz:  Eine rechtzeitige, nachhaltige und ordnungsgemäße Bekämpfung der Primärinfektionen verringert den Infektionsdruck während der weiteren Vegetationsperiode und ist eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Anwendung des Peronospora-Warndienstes! Darüber hinaus sollten umliegende Flächen und Strukturen auf Wildhopfen kontrolliert werden.

Echter Mehltau:

Immer wieder treffen Meldung über echten Mehltau ein. Anfällige Lagen und Sorten kontrollieren und vorbeugende Behandlungen durchführen. Erste Anzeichen sind gewölbte Bereiche auf der Blattoberseite. Beim Vorfinden von Mehltaupusteln ist ein myzelabtötendes Präparat einzusetzen.

Schadinsekten:

Hopfenblattlaus: 

Nach wie vor gilt es die Läuse "im Auge" zu behalten und die Anlagen zu kontrollieren. Dort wo die Bekämpfungsrichtwerte erreicht oder überschritten werden, ist bei der nächsten Maßnahme die Laus zu regulieren. Bekämpfungsrichtwert: durchschnittlich 50 Läusen/Blatt oder 200 Läusen auf einzelnen Blättern.
Vorrangig ist jetzt Teppeki/AFINTO einzusetzen. Movento SC 100 sollte erst zum Hauptspritztermin im letzten Junidrittel ausgebracht werden. Grundsätzlich ist eine Laus-Behandlung zu dieser Jahreszeit solange wie möglich hinauszuzögern, um mit der bestehenden Mittelpalette die Zeitspanne bis zur Ernte abdecken zu können. In IPS-Plus pflichtigen Beständen, ist mit beginnendem Zuflug der Besatz an Blattläusen wöchentlich zu dokumentieren. Weitere Infos unter: https://ltz.landwirtschaft-bw.de/site/pbs-bw-mlr-root/get/documents_E-1636415050/MLR.LEL/PB5Documents/ltz_ka/Arbeitsfelder/Pflanzenschutz/Integrierter%20Pflanzenschutz/Zus%C3%A4tzliche%20landesspezifische%20Vorgaben/Ma%C3%9Fnahmenbl%C3%A4tter%20Hopfenbau_DL/IPSplus%20Hopfen_Landesspezifische%20Vorgaben.pdf

Aktueller Hinweis Pflanzenschutzulassungen:

Notfallzulassungen nach Art. 53:

Cymbal Flow (Wirkstoff Cymoxanil): Notfallzulassung gemäß Art. 53 gegen Falschen Mehltau (Pseudoperonospora humuli) im Hopfen. Die Zulassung ist für 120 Tage auf den Zeitraum vom 15. Mai 2024 bis zum 11. September 2024 beschränkt. Die für die oben genannte Indikation bundesweit zugelassene Menge wird auf 11.200 Liter, ausreichend für ca. 10.266 ha, begrenzt. Cymbal Flow darf bei Infektionsgefahr bzw. Warndienstaufruf im Kulturentwicklungsbereich BBCH 32 bis BBCH 55 gegen Falschen Mehltau gespritzt oder gesprüht werden. Bei der Festlegung der Aufwandmenge muss wie folgt differenziert werden:  bis BBCH 37: 0,8 l/ha in 700-1300 l Wasser/ha; BBCH 37 - 55: 1,2 l/ha in 1300-1900 l Wasser/ha. Die maximale Anzahl Anwendungen ist in dieser Anwendung und für die Kultur bzw. je Jahr auf 3 Anwendungen begrenzt. Es dürfen max. 2,8 l/ha und Jahr in der Kultur eingesetzt werden. Zwischen den Behandlungsterminen muss ein Abstand von mindestens 21 Tagen eingehalten werden. Die Wartezeit beträgt 14 Tage. Hinweis: Für den Einsatz des genannten Präparates gilt, dass gemäß §29 Abs. 1 Satz 2 PflSchG sämtliche weiteren Auflagen bei der Anwendung ebenso zu beachten sind wie die Angaben zur Einstufung und Kennzeichnung gemäß Verordnung, die Sicherheitshinweise und die sonstigen Hinweise. Insbesondere: NW605-2; NW606; NT103-1; SF274-3; SF275-7HO; SF277-5HO. Das Mittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft.

Curzate 60 WG (Wirkstoff Cymoxanil): Hat eine Notfallzulassung gemäß Art. 53 gegen Falschen Mehltau (Pseudoperonospora humuli) im Hopfen erhalten. Die Zulassung ist für 120 Tage auf den Zeitraum vom 15. Mai 2024 bis zum 11. September 2024 beschränkt. Die für die oben genannte Indikation bundesweit zugelassene Menge wird auf 8.860 kg begrenzt, ausreichend für ca. 14.766 ha. Curzate 60 WG darf bei Infektionsgefahr bzw. Warndienstaufruf bis Kulturentwicklungsbereich BBCH 37 gegen Falschen Mehltau gespritzt oder gesprüht werden. Die Aufwandmenge liegt bis BBCH 37: 0,3 kg/ha in 700-1300 l Wasser/ha. Die maximale Anzahl Anwendungen für die Kultur bzw. je Jahr ist auf 2 Anwendungen begrenzt. Es dürfen max. 0,6 kg/ha und Jahr in der Kultur eingesetzt werden. Zwischen den Behandlungsterminen muss ein Abstand von mindestens 21 Tagen eingehalten werden. Die Wartezeit beträgt exakt 14 Tage. Hinweis: Für den Einsatz des genannten Präparates gilt, dass gemäß §29 Abs. 1 Satz 2 PflSchG sämtliche weiteren Auflagen bei der Anwendung ebenso zu beachten sind wie die Angaben zur Einstufung und Kennzeichnung gemäß Verordnung, die Sicherheitshinweise und die sonstigen Hinweise. Insbesondere: NW605-2; NW606; SF274-2; SF278-7HO. Das Mittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft. 

Weitere Infos unter https://www.isip.de/isip/servlet/isipde/regionales/badenwuerttemberg/pflanzenschutzrecht/notfallsituationen

Anwendungshinweis: Beim Einsatz eines cymoxanilhaltigen Soloproduktes ist der Wirkstoff mit einem weiteren Fungizid abzusichern. So kann z.B. ein Kontaktfungizid wie Delan WG oder Kupferpräparat und/oder ein vollsystemisches Fungizid bei starkem Perodruck zugesetzt werden.

Exirel (Cyantraniliprole): Zulassung nach Art. 53 gegen Liebstöckelrüssler (Imago-Stadium) im Hopfen. Die Aufwandmenge beträgt 0,375 ml in 0,25 l Wasser pro Stock (max. 0,75 l/ha in 500 l Wasser/ha bei 2000 Stöcken/ha). Der Bekämpfungsrichtwert (Schadschwelle) liegt bei einem Käfer, oder dessen Fraßspuren pro drei Stöcke. Die Zulassung ist auf 4000 ha begrenzt und ist vom 12. April 2024 bis 09. August 2024 ausgesprochen. Die Anwendung ist im Gießverfahren(Einzelpflanzenbehandlung) für das Stadium BBCH 11 bis BBCH 19 genehmigt. Die Wartezeit „F“ ist über die Vegetationszeit zwischen Anwendung und Nutzung (Ernte) abgedeckt. Die Anwendungshäufigkeit ist auf eine Anwendung pro Kultur und Jahr beschränkt. Exirel ausschließlich in EU-Hopfen einsetzen. Für Exporthopfen bestehen keine oder zu geringe Rückstandshöchstgehalte. Vor der Anwendung unbedingt Rücksprache mit dem Handelshaus halten. Das Produkt ist als bienengefährlich eingestuft (B1). Es gelten folgende Anwendungsbestimmungen: NG 300, NW 715, SF 245-02 und weitere. Für Nachfolgearbeiten gelten die Auflagen SF275-EEHO sowie SF276-21HO.

Weitere Infos: https://www.isip.de/isip/servlet/isip-de/regionales/baden-wuerttemberg/pflanzenschutzrecht/notfallsituationen/pflanzenschutzmittel---notfallzulassung-fuer-die-exirel-anwendung-in-hopfen-371446

Regelzulassung:

Luna Sensation (Wirkstoffe Trifloxystrobin und Fluopyram): Zulassung gegen Echten Mehltau (Sphaerotheca macularis) in Hopfen bis 31.12.2024.

Luna Sensation darf bei Infektionsgefahr bzw. Warndienstaufruf im Kulturentwicklungsbereich BBCH 31 bis BBCH 79 gegen Echter Mehltau gespritzt oder gesprüht werden.

Bei der Festlegung der Aufwandmenge muss wie folgt differenziert werden:

bis BBCH 37: 0,27 Liter/ha in 800 bis 1200 Liter Wasser/ha
BBCH 37 - 55: 0,4 Liter/ha in 1500 bis 2200 Liter Wasser/ha
BBCH 55 - 79: 0,6 Liter/ha in 2600 bis 3300 Liter Wasser/ha





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